Lumira Pflege
Kosten & Förderungen2026-06-20·Maria Hoffmann

24h-Pflege Kosten im Bundesland-Vergleich: Bayern, NRW & BW 2026

24h-Pflege Kosten Bundesland-Vergleich: Bayern +1.000 €/Jahr Landespflegegeld, BW 50 €/Monat, NRW ohne Landesförderung. Alle Eigenanteile 2026.

24h-Pflege Kosten im Bundesland-Vergleich: Bayern, NRW & BW 2026

Autor: Maria Hoffmann, Pflegeexpertin bei Lumira | Fachlich geprüft von: Fachredaktion Lumira | Stand: Juni 2026

Die Kosten der 24-Stunden-Pflege unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland — nicht nur wegen regionaler Preisunterschiede bei den Agenturen, sondern vor allem wegen unterschiedlicher Landesförderungen. Wer die 24h-Pflege Kosten im Bundesland-Vergleich kennt, kann potenziell Hunderte Euro pro Monat einsparen. Dieser Artikel vergleicht Bayern, Nordrhein-Westfalen (NRW) und Baden-Württemberg (BW) — die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer — mit allen Förderungen, Eigenanteilen und Kalkulationsbeispielen für 2026.

Auf einen Blick — Bundesland-Vergleich 2026
  • Bayern: Landespflegegeld +1.000 €/Jahr (ca. 83 €/Monat) — beste Landesförderung deutschlandweit
  • NRW: Keine eigene Landesförderung für häusliche Pflege — nur Bundesleistungen
  • Baden-Württemberg: Landespflegegeld 50 €/Monat für bestimmte Pflegegrade
  • Bundesleistungen (Pflegegeld, Entlastungsbetrag) gelten in allen Ländern gleich
  • Agenturgpreise variieren ebenfalls regional — in Ballungsräumen oft 100–200 € teurer

Bundesleistungen: Was in allen Ländern gleich gilt

Unabhängig vom Bundesland erhalten alle Pflegebedürftigen dieselben Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Diese Basisleistungen bilden das Fundament der Kostenrechnung:

LeistungPG 2PG 3PG 4PG 5
Pflegegeld § 37 SGB XI347 €/Monat728 €/Monat984 €/Monat1.010 €/Monat
Entlastungsbetrag § 45b SGB XI125 €/Monat125 €/Monat125 €/Monat125 €/Monat
Kurzzeitpflege § 42 SGB XIBis 1.854 €/Jahr (alle PG)
Verhinderungspflege § 39 SGB XIBis 1.612 €/Jahr (alle PG ab 2)
Wohnraumanpassung § 40 SGB XIBis 4.000 €/Maßnahme

Bayern: Die beste Landesförderung in Deutschland

Bayern ist das einzige Bundesland, das ein signifikantes Landespflegegeld zahlt, das spürbar zur Entlastung der Familien beiträgt. Das Bayerische Landespflegegeld beträgt 1.000 € pro Jahr (= 83,33 €/Monat) — steuerfrei und unabhängig vom Bundesleistungsbezug.

Bayerisches Landespflegegeld: Das Landespflegegeld wird einmal jährlich automatisch ausgezahlt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Pflegegrad 2–5, Hauptwohnsitz in Bayern, und die pflegebedürftige Person lebt nicht dauerhaft in einem stationären Pflegeheim. Der Antrag ist nicht nötig — die Auszahlung erfolgt automatisch an die Pflegekasse.
Bayern — Eigenanteil 24h-Pflege, PG 3, monatlich
Agenturkosten 24h-Betreuungca. 2.899 €
− Pflegegeld PG 3 (Bundesleistung)− 728 €
− Entlastungsbetrag (Bundesleistung)− 125 €
− Bayerisches Landespflegegeld (1.000 € ÷ 12)− 83 €
Effektiver Eigenanteil in Bayernca. 1.963 €/Monat
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NRW: Keine Landesförderung — aber das höchste Pflegekassen-Volumen

Nordrhein-Westfalen zahlt für häusliche Pflege keine eigene Landesförderung. Familien in NRW sind auf die bundesweiten Leistungen angewiesen. Dafür ist NRW das Bundesland mit der größten Anzahl an Pflegebedürftigen und einem gut entwickelten ambulanten Pflegenetz — was Familien eine gute Auswahl bei Agenturen und Pflegediensten gibt.

NRW — Eigenanteil 24h-Pflege, PG 3, monatlich
Agenturkosten 24h-Betreuungca. 2.899 €
− Pflegegeld PG 3 (Bundesleistung)− 728 €
− Entlastungsbetrag (Bundesleistung)− 125 €
Landesförderung NRW— (keine)
Effektiver Eigenanteil in NRWca. 2.046 €/Monat
NRW-Tipp: Auch ohne Landesförderung können NRW-Familien durch den vollständigen Einsatz des § 35a EStG (bis 4.000 €/Jahr = ca. 333 €/Monat) und den Entlastungsbetrag (125 €/Monat) den Eigenanteil deutlich senken. Der kombinierte Monatsvorteil beträgt dann ca. 458 €.

Baden-Württemberg: Landespflegegeld 50 €/Monat

Baden-Württemberg zahlt ein Landespflegegeld von 50 € pro Monat für pflegebedürftige Personen, die Pflegegeld beziehen (also häusliche Pflege wählen). Das Pflegegeld ist unbürokratisch — es wird automatisch mit dem Bundes-Pflegegeld ausgezahlt.

Baden-Württemberg — Eigenanteil 24h-Pflege, PG 3, monatlich
Agenturkosten 24h-Betreuungca. 2.899 €
− Pflegegeld PG 3 (Bundesleistung)− 728 €
− Entlastungsbetrag (Bundesleistung)− 125 €
− BW Landespflegegeld− 50 €
Effektiver Eigenanteil in BWca. 1.996 €/Monat

Direkter Bundesland-Vergleich: Bayern, NRW, Baden-Württemberg

BundeslandLandesförderungEigenanteil PG 3 (Ø)Jahresvorteil ggü. NRW
Bayern1.000 €/Jahr (83 €/Monat)ca. 1.963 €/Monat+ ca. 996 €/Jahr
Baden-Württemberg600 €/Jahr (50 €/Monat)ca. 1.996 €/Monat+ ca. 600 €/Jahr
NRWKeineca. 2.046 €/Monat— (Referenz)

Was wenn... — Edge Cases beim Bundesland-Vergleich

Was wenn der Pflegebedürftige in Bayern wohnt, aber die Familie zahlt aus NRW?

Maßgeblich ist der Wohnort des Pflegebedürftigen — nicht der der zahlenden Familie. Das bayerische Landespflegegeld erhält also der Pflegebedürftige mit Hauptwohnsitz Bayern, unabhängig davon, wo die Kinder wohnen.

Was wenn der Pflegebedürftige nach Bayern umzieht, um das Landespflegegeld zu erhalten?

Der Hauptwohnsitz muss tatsächlich in Bayern sein. Ein nur auf dem Papier angemeldeter Wohnsitz ist nicht ausreichend und kann als Missbrauch gewertet werden. Bei echtem Umzug — z. B. in die Nähe der pflegenden Familie — ist das Landespflegegeld aber real nutzbar.

Was wenn man in einem anderen Bundesland wohnt (nicht Bayern/NRW/BW)?

Auch andere Bundesländer bieten teilweise Landesförderungen — Rheinland-Pfalz (Landespflegegeld 100 €/Monat), Sachsen (eigene Programme). Es lohnt sich, beim jeweiligen Landesamt für Soziales oder der Pflegekasse nach aktuellen Landesleistungen zu fragen.

Alle Kostenbausteine der 24-Stunden-Betreuung erklärt der Pilarartikel: 24h-Pflege Kosten 2026: Preise, Gehalt und Tipps im Überblick →

Wie Sie den Eigenanteil Schritt für Schritt berechnen, erklärt: Eigenanteil 24h-Pflege berechnen: Schritt-für-Schritt 2026 →

Häufige Fragen — 24h-Pflege Kosten im Bundesland-Vergleich

Welches Bundesland hat die beste Förderung für häusliche Pflege?

Bayern bietet mit 1.000 € Landespflegegeld pro Jahr die höchste Landesförderung für häusliche Pflege in Deutschland. Rheinland-Pfalz folgt mit bis zu 100 €/Monat. NRW und die meisten anderen Bundesländer bieten keine eigene Landesförderung für häusliche Pflege.

Muss man das bayerische Landespflegegeld beantragen?

Nein. Das bayerische Landespflegegeld wird automatisch ausgezahlt, wenn die Voraussetzungen (Pflegegrad 2–5, Hauptwohnsitz Bayern, häusliche Pflege) erfüllt sind. Ein gesonderter Antrag ist nicht notwendig.

Sind die Agenturpreise in Bayern höher als in NRW?

Grundsätzlich ja — in Ballungsräumen wie München sind Agenturpreise tendenziell 100–200 €/Monat höher als in ländlicheren NRW-Regionen. Netto bleibt Bayern durch das Landespflegegeld aber trotzdem günstiger für die Familie.

Kann ich als Zahler in Bayern § 35a EStG zusätzlich nutzen?

Ja. Das bayerische Landespflegegeld und § 35a EStG lassen sich kombinieren. In Bayern können Familien mit PG 3 und zahlendem Kind theoretisch bis zu 83 € (Landespflegegeld/Monat) + 333 € (§ 35a/Monat) + 728 € (Pflegegeld) = ca. 1.144 €/Monat gegenüber dem Bruttopreis einsparen.

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