Autor: Maria Hoffmann, Pflegeexpertin bei Lumira | Stand: Oktober 2026 | Aktualisiert: 2026-10-27
Der Monatspreis einer Pflegeagentur 2026 liegt im EU-Entsendemodell zwischen 2.600 und 3.800 Euro – aber was steckt wirklich dahinter? Viele Familien erleben Preisschock beim ersten Angebot, ohne zu wissen, dass dieser Betrag Personalkosten, Sozialversicherung, Koordination und Versicherung der Betreuungskraft umfasst. Gleichzeitig unterschlagen manche Agenturen versteckte Gebühren, die erst nach Vertragsabschluss auftauchen. Wir schlüsseln transparent auf, aus welchen Bestandteilen sich der Agenturpreis zusammensetzt, welche Posten legitim sind und wie sich der Eigenanteil durch Pflegegeld, Entlastungsbetrag und Steuerbonus auf oft unter 2.000 Euro senken lässt.
Was steckt im Agenturpreis – Posten für Posten erklärt
Ein seriöser Agenturpreis setzt sich aus mehreren Positionen zusammen, die alle ihren sachlichen Grund haben. Der größte Anteil — rund 55–65 % des Monatspreises — entfällt auf das Nettogehalt der Betreuungskraft plus deren Sozialversicherungsbeiträge im Entsendeherkunftsland (häufig Polen, Kroatien oder Rumänien). Die Betreuungskraft ist dort regulär angestellt, zahlt Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung.
Der zweite Block umfasst die Reisekosten (Hin- und Rückfahrt, meist alle 2–3 Monate), die Koordinationsgebühr der Agentur für Einsatzplanung, Dokumentation und Kommunikation sowie eine Ausfallabsicherung: Wenn Ihre Betreuungskraft krank wird oder Urlaub nimmt, stellt eine Vollversorgungsagentur eine Vertretungskraft – die Kosten dafür sind im Monatspreis eingerechnet. Dazu kommen Haftpflicht- und Unfallversicherung sowie bei guten Agenturen ein 24h-Notfalltelefon.
Nicht im Standardpreis enthalten sind häufig: medizinische Behandlungspflege (muss durch ambulante Pflegedienste erbracht werden), spezielle Diätverpflegung auf Kosten der Familie sowie Freizeitaktivitäten außer Haus. Fragen Sie immer schriftlich nach, was konkret inklusive ist — das schützt vor späteren Überraschungen.
Vermittlungsagentur vs. Vollversorgungsagentur – der Kostenvergleich
Auf dem deutschen Markt existieren zwei grundlegend verschiedene Agenturmodelle, die sich im Preis und im Service stark unterscheiden. Die Vermittlungsagentur vermittelt Ihnen eine Betreuungskraft und stellt dafür eine einmalige Gebühr von typischerweise 300–800 Euro in Rechnung. Den laufenden Vertrag schließen Sie direkt mit einer osteuropäischen Entsendefirma ab. Klingt günstig – bedeutet aber: Bei Krankheit, Urlaub oder Unzufriedenheit sind Sie auf sich allein gestellt.
Die Vollversorgungsagentur wie Lumira bündelt alles in einem Vertrag: Personalauswahl, Matching nach Ihrer Pflegesituation, Entsendung, laufende Koordination, Vertretungsorganisation und Qualitätskontrolle. Der Monatspreis liegt dadurch 200–500 Euro höher – aber: Sie haben einen einzigen Ansprechpartner, klare Haftungsregelung und eine Ausfallgarantie. Für Familien ohne eigene osteuropäische Kontakte oder Sprachkenntnisse ist dieses Modell nahezu immer die wirtschaftlichere Lösung, wenn man die versteckten Risiken des Billigmodells einrechnet.
| Kostenposition | Vermittlungsagentur | Vollversorgung (Lumira) |
|---|---|---|
| Monatlicher Grundpreis | 2.400–3.000 € | 2.700–3.500 € |
| Einmalige Vermittlungsgebühr | 300–800 € (einmalig) | enthalten |
| Reisekosten | oft extra | enthalten |
| Vertretung bei Krankheit | selbst organisieren | enthalten, 48–72h |
| Notfalltelefon | meist nein | 24h inkl. |
| Haftung bei Schaden | unklar / geteilt | klar geregelt |
| Gesamtjahreskosten (Schnitt) | ca. 31.000–36.000 € | ca. 33.000–38.000 € |
So senken Sie den Eigenanteil: Alle Fördermittel im Überblick
Der Bruttopreis der Agentur ist selten das, was Sie tatsächlich aus der eigenen Tasche zahlen. Die gesetzliche Pflegeversicherung stellt mehrere Leistungen bereit, die sich direkt auf die Agenturrechnung anrechnen lassen. Das Pflegegeld zahlt die Pflegekasse monatlich an den Pflegebedürftigen aus: 332 Euro bei Pflegegrad 2, 573 Euro bei Pflegegrad 3, 765 Euro bei Pflegegrad 4 und 947 Euro bei Pflegegrad 5 (Stand 2025). Dieses Geld können Familien frei einsetzen — auch zur Finanzierung der Agenturgebühr.
Hinzu kommen 125 Euro monatlicher Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI) sowie bis zu 1.612 Euro Verhinderungspflege pro Jahr für Urlaubsvertretungen. Wer außerdem die Agenturrechnung über die Steuererklärung nach § 35a EStG als haushaltsnahe Dienstleistung absetzt, erhält 20 % der Kosten direkt von der Steuer erstattet — maximal 4.000 Euro jährlich. Für eine Familie bei Pflegegrad 4 ergibt das einen möglichen Gesamtabzug von über 14.000 Euro pro Jahr.
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Kostenrechner öffnen →Worauf Sie beim Agenturvergleich wirklich achten müssen
Preisvergleiche zwischen Agenturen sind trügerisch, wenn man nur die Monatszahl betrachtet. Entscheidend ist, was im Preis wirklich enthalten ist. Checkliste für Ihren Vergleich: Ist die Vertretungsorganisation bei Urlaub und Krankheit der Betreuungskraft inklusive? Gibt es ein deutschsprachiges Notfalltelefon rund um die Uhr? Wie läuft das Matching-Verfahren ab — lernen Sie die Betreuungskraft vorab kennen? Ist die A1-Bescheinigung standardmäßig Teil des Pakets?
Fragen Sie außerdem: Wie lange ist die Mindestvertragslaufzeit? Gibt es eine Testphase? Wie schnell kommt eine Ersatzkraft? Gute Agenturen antworten auf all diese Fragen ohne Zögern schriftlich. Agenturen, die ausweichen oder auf "das klären wir später" vertrösten, sollten Sie mit Vorsicht behandeln. Lassen Sie sich immer ein vollständiges schriftliches Angebot mit allen Nebenkosten geben, bevor Sie unterschreiben.
Bruttopreis Agentur: 3.200 € · minus Pflegegeld PG 4: 765 € · minus Entlastungsbetrag: 125 € · minus Steuerbonus (monatlich): 333 € (= 4.000 € / 12) · Realer monatlicher Eigenanteil: 1.977 €
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Wir nennen Ihnen beim ersten Gespräch den vollständigen Monatspreis — aufgeschlüsselt nach jedem Posten. Keine Überraschungen, kein Kleingedrucktes.
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FAQ – Pflegeagentur Kosten
Was kostet eine Pflegeagentur im Monat?
Seriöse Pflegeagenturen verlangen 2026 einen Monatspreis zwischen 2.600 und 3.800 Euro für eine 24h-Betreuungskraft im EU-Entsendemodell. Nach Abzug von Pflegegeld, Entlastungsbetrag und Steuerbonus liegt der reale Eigenanteil der meisten Familien bei 1.200 bis 2.200 Euro monatlich.
Welche Gebühren verstecken sich im Agenturpreis?
Im Agenturpreis sind bei guten Anbietern enthalten: Personalvermittlung, Entsende-Koordination, Reisekosten, Versicherungen und Vertretungsorganisation. Manche Agenturen berechnen diese Posten separat. Fragen Sie immer nach einer schriftlichen Kostenaufstellung vor Vertragsunterzeichnung.
Was ist der Unterschied zwischen Vermittlungs- und Vollversorgungsagentur?
Eine Vermittlungsagentur stellt Ihnen die Betreuungskraft vor; Sie schließen einen separaten Vertrag mit der Entsendefirma ab. Eine Vollversorgungsagentur wie Lumira bündelt alles in einem Vertrag inklusive Ausfallabsicherung und Koordination. Der Preisunterschied beträgt 200–500 Euro monatlich, wird aber oft durch wegfallende Risiken und Eigenstunden aufgewogen.
Welche Kosten trägt die Pflegeversicherung?
Die Pflegeversicherung zahlt Pflegegeld (332–947 Euro monatlich je nach Pflegegrad), Entlastungsbetrag (125 Euro) und Verhinderungspflege (bis 1.612 Euro jährlich). Diese Beträge können direkt zur Finanzierung der Agenturgebühr eingesetzt werden.
Wie erkenne ich eine seriöse Pflegeagentur an den Kosten?
Eine seriöse Agentur nennt Ihnen sofort den Gesamtmonatspreis, erklärt jeden Posten schriftlich, zeigt die A1-Bescheinigung als Legalisierungsnachweis und hat keine versteckten Aufnahmegebühren. Angebote unter 2.000 Euro sollten kritisch hinterfragt werden.
Gibt es einen Steuerbonus für Pflegeagenturen?
Ja. Nach § 35a EStG können 20 % der Agenturkosten von der Steuer abgezogen werden, maximal 4.000 Euro pro Jahr. Voraussetzung: Zahlung per Überweisung und eine korrekte Rechnung der Agentur. Lumira stellt diese Bescheinigung automatisch aus.
Was passiert, wenn die Betreuungskraft krank wird oder Urlaub hat?
Bei Vollversorgungsagenturen ist die Vertretung inklusive: Sie erhalten innerhalb von 48 bis 72 Stunden eine qualifizierte Ersatzkraft. Reine Vermittlungsagenturen koordinieren dies nicht — das Organisieren einer Ersatzkraft liegt dann bei Ihrer Familie.

