Lumira Pflege
Pflege & Betreuung2027-05-06·Maria Hoffmann

Palliativpflege & 24h-Betreuung zu Hause: Würdevoll bis zuletzt

Sterbebegleitung zu Hause: Was übernimmt die 24h-Pflegekraft, was der Hospizdienst, was der Palliativdienst? Finanzierung, Entlastung für Familien 2027.

Palliativpflege & 24h-Betreuung zu Hause: Würdevoll bis zuletzt

Von Maria Hoffmann, Pflegeexpertin bei Lumira | Zuletzt aktualisiert: Mai 2027

Wenn das Lebensende absehbar ist, wächst der Wunsch vieler Menschen, zu Hause sterben zu dürfen – in der eigenen Umgebung, bei den Menschen, die man liebt. Die 24-Stunden-Betreuung ist in dieser Phase keine Luxuslösung, sondern oft die einzige Möglichkeit, diesen Wunsch zu erfüllen und gleichzeitig die Familie zu entlasten.

Das Wichtigste auf einen Blick:
  • 24h-Betreuung ermöglicht Sterben zu Hause – der Wunsch der meisten Menschen
  • Aufgabenteilung: 24h-Kraft für Grundpflege, SAPV-Team für Schmerztherapie, Hospizdienst für Seelsorge
  • Finanzierung: Pflegegeld läuft weiter, SAPV wird von der Krankenkasse bezahlt
  • Angehörige können schlafen und werden entlastet
  • Würdevolle, persönliche Atmosphäre bis zuletzt

Was ist Palliativpflege zu Hause?

Palliativpflege bedeutet: nicht mehr heilen wollen, sondern gut leben – und gut sterben. Es geht um die Linderung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Angst. Und es geht darum, dem sterbenden Menschen und seiner Familie Würde und Halt zu geben.

Zu Hause bedeutet: kein Krankenhausgeruch, kein anonymes Zimmer, kein fremdes Personal beim letzten Atemzug. Stattdessen: das vertraute Bett, die eigenen Fotos an der Wand, der Geruch des Gartens durch das offene Fenster.

Wunsch der meisten Menschen: Laut Umfragen möchten über 70 % der Deutschen zu Hause sterben. Tatsächlich sterben derzeit nur rund 25 % in der eigenen Häuslichkeit. Die 24h-Betreuung ist ein Weg, diese Lücke zu schließen.

Wer macht was? Die Aufgabenteilung in der Palliativphase

Akteur Aufgaben Finanzierung
24h-Betreuungskraft (Lumira) Grundpflege, Lagerung, Mundpflege, emotionale Begleitung, Haushalt, Angehörige entlasten, Nachtwache Pflegegeld + Eigenanteil Familie
SAPV-Team (Palliativmediziner, Pflegefachkraft) Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Medikamentenanpassung, ärztliche Besuche Krankenkasse (§ 132d SGB V)
Ambulanter Hospizdienst Ehrenamtliche Begleitung, Gespräche, Seelsorge, Entlastung der Familie Krankenkasse (§ 39a SGB V)
Hausarzt Medikamentenverordnung, Totenschein, Abstimmung mit SAPV Krankenkasse
Familie Entscheidungen treffen, präsent sein, Abschied nehmen
Was die 24h-Kraft NICHT übernimmt: Injektionen, Infusionen, Schmerzpumpen, Medikamentendosierungen – das ist Aufgabe des SAPV-Teams. Die Pflegekraft beobachtet, informiert die Fachkräfte und hält die Hand.

Wie entlastet die 24h-Kraft die Familie?

Angehörige, die einen sterbenden Menschen begleiten, erschöpfen sich. Sie schlafen nicht durch, sie vergessen zu essen, sie haben keine Zeit für sich selbst. Das führt zu einem Phänomen, das in der Palliativmedizin gut bekannt ist: Die Betreuenden werden selbst krank.

Was die 24h-Pflegekraft für Angehörige übernimmt:
  • Nachtwachen: Angehörige können wieder schlafen
  • Körperpflege: Waschen, Lagern, Mundpflege – täglich mehrmals
  • Beobachtung: Veränderungen im Zustand sofort melden
  • Haushalt: Kochen, Einkaufen, Wohnung in Ordnung halten
  • Emotionale Präsenz: Jemanden zum Reden haben, wenn man als Angehöriger kurz weg muss
  • Koordination: SAPV und Hausarzt informieren, Arztbesuche begleiten
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Finanzierung in der Palliativphase

Leistung Betrag Anmerkung
Pflegegeld (Pflegegrad 4) 901 €/Monat Läuft bis zum Tod weiter
Pflegegeld (Pflegegrad 5) 1.140 €/Monat In schwerer Palliativsituation oft PG 5
Entlastungsbetrag 125 €/Monat Für Betreuungsleistungen nutzbar
SAPV (§ 132d SGB V) Vollständig von KK Auf Verordnung, bei unheilbarer Erkrankung
Ambulante Hospizleistungen (§ 39a) Krankenkasse übernimmt Ehrenamtliche Begleitung
Sterbegeldversicherung / Lebensversicherung Individuell Kann 24h-Eigenanteil abdecken
Wichtig: Wenn der Pflegebedarf in der Palliativphase steigt, sollte umgehend eine Höherstufung des Pflegegrades beantragt werden. In akuten Situationen gibt es eine Pflicht zur beschleunigten Begutachtung (innerhalb einer Woche).

Häufige Fragen

Wie erkennt die Pflegekraft, dass es dem Sterbenden schlechter geht?

Eine erfahrene 24h-Pflegekraft kennt Zeichen der Sterbephase: veränderte Atmung (Cheyne-Stokes), abkühlende Extremitäten, veränderte Hautfarbe, Bewusstseinsveränderungen. Sie informiert sofort die Familie und das SAPV-Team. Lumira schulte alle Kräfte in Palliativgrundlagen.

Darf die Pflegekraft dabei sein, wenn jemand stirbt?

Ja. Viele Pflegekräfte haben diese Situation schon mehrfach erlebt und gehen respektvoll damit um. Sie können die Hand halten, ruhig sprechen, die Familie informieren. Das ist keine Belastung – es ist ein Teil der Begleitung, der oft als tröstlich empfunden wird.

Was passiert direkt nach dem Tod?

Die Pflegekraft informiert die Familie und, wenn nötig, den Hausarzt für den Totenschein. Sie kann helfen, die Situation zu ordnen und den ersten schweren Stunden Struktur zu geben. Bestattungsunternehmen werden durch die Familie kontaktiert.

Kann eine 24h-Betreuung auch kurzfristig für die letzte Lebensphase organisiert werden?

Ja. In akuten Situationen ist Lumira bemüht, innerhalb weniger Tage eine Pflegekraft zu entsenden. Sprechen Sie uns direkt an – wir finden auch kurzfristig Lösungen.

Wie geht es der Pflegekraft nach dem Tod des Betreuten?

Lumira nimmt die emotionale Gesundheit seiner Pflegekräfte ernst. Nach einem Sterbefall haben Pflegekräfte die Möglichkeit, mit einem Ansprechpartner zu sprechen, und werden in der Regel erst nach einer kurzen Pause wieder eingesetzt.

Würdevolle Begleitung bis zuletzt

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