Von Maria Hoffmann, Pflegeexpertin bei Lumira | Zuletzt aktualisiert: Mai 2027
Wenn das Lebensende absehbar ist, wächst der Wunsch vieler Menschen, zu Hause sterben zu dürfen – in der eigenen Umgebung, bei den Menschen, die man liebt. Die 24-Stunden-Betreuung ist in dieser Phase keine Luxuslösung, sondern oft die einzige Möglichkeit, diesen Wunsch zu erfüllen und gleichzeitig die Familie zu entlasten.
- 24h-Betreuung ermöglicht Sterben zu Hause – der Wunsch der meisten Menschen
- Aufgabenteilung: 24h-Kraft für Grundpflege, SAPV-Team für Schmerztherapie, Hospizdienst für Seelsorge
- Finanzierung: Pflegegeld läuft weiter, SAPV wird von der Krankenkasse bezahlt
- Angehörige können schlafen und werden entlastet
- Würdevolle, persönliche Atmosphäre bis zuletzt
Was ist Palliativpflege zu Hause?
Palliativpflege bedeutet: nicht mehr heilen wollen, sondern gut leben – und gut sterben. Es geht um die Linderung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Angst. Und es geht darum, dem sterbenden Menschen und seiner Familie Würde und Halt zu geben.
Zu Hause bedeutet: kein Krankenhausgeruch, kein anonymes Zimmer, kein fremdes Personal beim letzten Atemzug. Stattdessen: das vertraute Bett, die eigenen Fotos an der Wand, der Geruch des Gartens durch das offene Fenster.
Wer macht was? Die Aufgabenteilung in der Palliativphase
| Akteur | Aufgaben | Finanzierung |
|---|---|---|
| 24h-Betreuungskraft (Lumira) | Grundpflege, Lagerung, Mundpflege, emotionale Begleitung, Haushalt, Angehörige entlasten, Nachtwache | Pflegegeld + Eigenanteil Familie |
| SAPV-Team (Palliativmediziner, Pflegefachkraft) | Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Medikamentenanpassung, ärztliche Besuche | Krankenkasse (§ 132d SGB V) |
| Ambulanter Hospizdienst | Ehrenamtliche Begleitung, Gespräche, Seelsorge, Entlastung der Familie | Krankenkasse (§ 39a SGB V) |
| Hausarzt | Medikamentenverordnung, Totenschein, Abstimmung mit SAPV | Krankenkasse |
| Familie | Entscheidungen treffen, präsent sein, Abschied nehmen | — |
Wie entlastet die 24h-Kraft die Familie?
Angehörige, die einen sterbenden Menschen begleiten, erschöpfen sich. Sie schlafen nicht durch, sie vergessen zu essen, sie haben keine Zeit für sich selbst. Das führt zu einem Phänomen, das in der Palliativmedizin gut bekannt ist: Die Betreuenden werden selbst krank.
- Nachtwachen: Angehörige können wieder schlafen
- Körperpflege: Waschen, Lagern, Mundpflege – täglich mehrmals
- Beobachtung: Veränderungen im Zustand sofort melden
- Haushalt: Kochen, Einkaufen, Wohnung in Ordnung halten
- Emotionale Präsenz: Jemanden zum Reden haben, wenn man als Angehöriger kurz weg muss
- Koordination: SAPV und Hausarzt informieren, Arztbesuche begleiten
Sie befinden sich in einer Palliativsituation und suchen Unterstützung? Lumira berät Sie einfühlsam und ohne Verkaufsdruck.
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Finanzierung in der Palliativphase
| Leistung | Betrag | Anmerkung |
|---|---|---|
| Pflegegeld (Pflegegrad 4) | 901 €/Monat | Läuft bis zum Tod weiter |
| Pflegegeld (Pflegegrad 5) | 1.140 €/Monat | In schwerer Palliativsituation oft PG 5 |
| Entlastungsbetrag | 125 €/Monat | Für Betreuungsleistungen nutzbar |
| SAPV (§ 132d SGB V) | Vollständig von KK | Auf Verordnung, bei unheilbarer Erkrankung |
| Ambulante Hospizleistungen (§ 39a) | Krankenkasse übernimmt | Ehrenamtliche Begleitung |
| Sterbegeldversicherung / Lebensversicherung | Individuell | Kann 24h-Eigenanteil abdecken |
Häufige Fragen
Wie erkennt die Pflegekraft, dass es dem Sterbenden schlechter geht?
Eine erfahrene 24h-Pflegekraft kennt Zeichen der Sterbephase: veränderte Atmung (Cheyne-Stokes), abkühlende Extremitäten, veränderte Hautfarbe, Bewusstseinsveränderungen. Sie informiert sofort die Familie und das SAPV-Team. Lumira schulte alle Kräfte in Palliativgrundlagen.
Darf die Pflegekraft dabei sein, wenn jemand stirbt?
Ja. Viele Pflegekräfte haben diese Situation schon mehrfach erlebt und gehen respektvoll damit um. Sie können die Hand halten, ruhig sprechen, die Familie informieren. Das ist keine Belastung – es ist ein Teil der Begleitung, der oft als tröstlich empfunden wird.
Was passiert direkt nach dem Tod?
Die Pflegekraft informiert die Familie und, wenn nötig, den Hausarzt für den Totenschein. Sie kann helfen, die Situation zu ordnen und den ersten schweren Stunden Struktur zu geben. Bestattungsunternehmen werden durch die Familie kontaktiert.
Kann eine 24h-Betreuung auch kurzfristig für die letzte Lebensphase organisiert werden?
Ja. In akuten Situationen ist Lumira bemüht, innerhalb weniger Tage eine Pflegekraft zu entsenden. Sprechen Sie uns direkt an – wir finden auch kurzfristig Lösungen.
Wie geht es der Pflegekraft nach dem Tod des Betreuten?
Lumira nimmt die emotionale Gesundheit seiner Pflegekräfte ernst. Nach einem Sterbefall haben Pflegekräfte die Möglichkeit, mit einem Ansprechpartner zu sprechen, und werden in der Regel erst nach einer kurzen Pause wieder eingesetzt.
Würdevolle Begleitung bis zuletzt
Wenn die Zeit zählt, sind wir für Sie da. Sprechen Sie uns an – vertraulich, einfühlsam, ohne Druck.
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