Autor: Maria Hoffmann, Pflegeexpertin bei Lumira | Stand: Oktober 2026 | Aktualisiert: 2026-10-15
Regelmäßige Mobilisierung ist für ältere und pflegebedürftige Menschen lebenswichtig — Bewegungsmangel führt innerhalb von Tagen zu Muskelschwund, Kontrakturen und erhöhtem Sturzrisiko. Eine 24h-Betreuungskraft kann viele Übungen im Alltag integrieren: Aufstehtraining, Sitzgymnastik, geführtes Gehen und Gleichgewichtsübungen. Medizinische Behandlungen wie Physiotherapie nach einem Schlaganfall bleiben Fachpersonal vorbehalten — aber beide Bereiche ergänzen sich im Alltag hervorragend.
- Bereits 2–3 Stunden Bettruhe täglich extra bauen messbar Muskelmasse ab (Studien: 1–3 % pro Tag)
- Betreuungskräfte dürfen: Alltagsmobilisation, Sitzgymnastik, geführtes Gehen, Lagerungswechsel
- Physiotherapeuten behandeln: Kontrakturen, Rehabilitationstherapie, Schlaganfallfolgen
- Sturzrisiko bei regelmäßiger Mobilisation: bis zu 35 % geringer (WHO, 2023)
- Physiotherapie: Verordnung durch Hausarzt, Kostenträger: Krankenkasse (§ 32 SGB V)
Was darf eine Betreuungskraft bei der Mobilisierung tun?
Im EU-Entsendeverfahren kommen bei Lumira ausgebildete Betreuungskräfte, keine examinierten Pflegefachkräfte oder Therapeuten. Das definiert den Rahmen ihrer Tätigkeit klar — und gleichzeitig bietet er erheblichen Spielraum für alltagsnahe Bewegungsförderung. Betreuungskräfte dürfen und sollen aktiv unterstützen bei: Aufsteh- und Hinsetzbewegungen (Transfer), geführtem Gehen durch Wohnung und Garten, Sitzgymnastik am Tisch oder im Sessel, leichten Dehnübungen für Arme und Beine, Fingerübungen und Handmotorik sowie dem Wechsel zwischen Liegen, Sitzen und Stehen.
Diese Alltagsmobilisation ist kein medizinischer Eingriff, sondern Teil der Grundbetreuung — und damit genau das, was eine gute 24h-Betreuungskraft täglich leistet. Der entscheidende Vorteil gegenüber ambulanten Pflegediensten: Unsere Betreuungskräfte sind rund um die Uhr da und können Mobilisierung konsequent in jeden Tagesablauf integrieren, ohne auf 20-Minuten-Einsätze beschränkt zu sein.
Effektive Übungen für Senioren — konkret und alltagstauglich
Die besten Übungen sind jene, die täglich und ohne großen Aufwand stattfinden können. Unsere Betreuungskräfte sind geschult, Bewegung als selbstverständlichen Teil des Tagesablaufs zu gestalten — nicht als separates "Training", das Überwindung kostet.
| Übung | Ziel | Dauer / Häufigkeit | Geeignet ab |
|---|---|---|---|
| Aufstehen vom Stuhl (ohne Armhilfe) | Beinmuskulatur, Balance | 5–10 Wdh., 2× täglich | Pflegegrad 1–3 |
| Sitzgymnastik (Arme kreisen, Füße heben) | Durchblutung, Koordination | 10–15 Min., täglich | Pflegegrad 1–5 |
| Geführtes Gehen im Flur | Ausdauer, Gleichgewicht | 2× 10 Min. täglich | Pflegegrad 1–3 |
| Fingerübungen (Knöpfe, Kneten) | Feinmotorik, kognitive Aktivität | 5–10 Min., täglich | Pflegegrad 1–5 |
| Lagerungswechsel im Bett | Dekubitusprophylaxe, Kontrakturenvermeidung | Alle 2 Stunden | Pflegegrad 3–5 |
| Atemübungen (tief ein- und ausatmen) | Lungenkapazität, Entspannung | 3–5 Min., morgens/abends | Pflegegrad 1–5 |
Wenn Physiotherapie notwendig ist — Ergänzung zur 24h-Pflege
Physiotherapie ist eine medizinische Behandlung, die vom Hausarzt verordnet und von der Krankenkasse übernommen wird (§ 32 SGB V). Sie ist notwendig und sinnvoll bei: Rehabilitation nach Schlaganfall oder Hüftoperation, diagnostizierten Kontrakturen, Parkinson-Erkrankung mit Gangstörungen, schwerem Sturzrisiko mit Rehabilitationsbedarf sowie neurologischen Erkrankungen mit Muskelabbau.
Das Schöne: Physiotherapie und 24h-Betreuung schließen sich nicht aus — sie ergänzen sich ideal. Der Physiotherapeut kommt 2–3 Mal pro Woche für die Behandlung, unsere Betreuungskraft sorgt dafür, dass die Übungen im Alltag täglich wiederholt und vertieft werden. So entsteht ein kontinuierlicher Förderplan, der Fortschritte sichert.
Sturzprävention: Die unterschätzte Aufgabe der 24h-Betreuung
Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa 30 % aller Menschen über 65 einen Sturz — bei Pflegebedürftigen liegt die Rate noch höher. Stürze sind die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte im Alter und führen oft zum irreversiblen Verlust der Selbstständigkeit. Eine 24h-Betreuungskraft ist die wirkungsvollste Sturzprävention überhaupt, weil sie rund um die Uhr anwesend ist — auch nachts, wenn das Risiko besonders hoch ist.
Zur strukturierten Sturzprophylaxe gehört mehr als Begleitung: Unsere Betreuungskräfte werden darin geschult, die häusliche Umgebung auf Stolperfallen zu prüfen (lose Teppiche, Kabel, schlechte Beleuchtung), beim An- und Ausziehen zu unterstützen, auf sicheres Schuhwerk zu achten, nächtliche Toilettengänge zu begleiten sowie bei Schwindel oder Kreislaufschwäche sofort zu reagieren.
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Unsere Betreuungskräfte fördern Mobilität und Selbstständigkeit täglich — individuell auf den Pflegebedarf abgestimmt. Wir beraten Sie kostenlos.
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FAQ — Mobilisierung älterer Menschen
Welche Mobilisierungsübungen darf eine 24h-Betreuungskraft durchführen?
Betreuungskräfte dürfen alltagsnahe Bewegungsförderung durchführen: Aufstehübungen, geführtes Gehen, leichte Gleichgewichtsübungen, Sitzgymnastik und Fingerübungen. Medizinische Heilgymnastik oder die Behandlung von Kontrakturen sind Physiotherapeuten vorbehalten.
Wie oft sollten Senioren täglich mobilisiert werden?
Experten empfehlen mindestens 2–3 kurze Bewegungseinheiten täglich von je 10–15 Minuten. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer. Auch einfache Alltagsbewegungen wie Zähneputzen im Stehen oder selbstständiges Aufstehen zählen als Mobilisation.
Wann ist Physiotherapie statt Betreuungskraft nötig?
Physiotherapie ist notwendig bei medizinischen Diagnosen wie Schlaganfall-Rehabilitation, Fraktur-Nachbehandlung oder schwerem Sturzrisiko mit Hilfsmittelbedarf. Die Verordnung erfolgt durch den Hausarzt, Kostenträger ist die Krankenkasse. Betreuungskraft und Physiotherapeut ergänzen sich dabei ideal.
Wie kann man Stürze bei Senioren zu Hause verhindern?
Sturzprävention umfasst: Beseitigung von Stolperfallen, Installation von Haltegriffen, gute Beleuchtung, rutschfeste Schuhe, regelmäßige Gleichgewichtsübungen und Sehkraftkontrollen. Eine 24h-Betreuungskraft ist die wirkungsvollste Sturzprävention, weil sie rund um die Uhr anwesend ist.
Zahlt die Pflegekasse Physiotherapie zusätzlich zur 24h-Pflege?
Ja. Physiotherapie ist eine Leistung der Krankenkasse (§ 32 SGB V) und wird unabhängig von der Pflegeversicherung bezahlt. Sie kann parallel zur 24h-Betreuung in Anspruch genommen werden, wenn sie ärztlich verordnet wird.

