Autor: Maria Hoffmann, Pflegeexpertin bei Lumira | Stand: Dezember 2026 | Aktualisiert: 2026-12-08
Der Eigenanteil im Pflegeheim ist 2026 so hoch wie nie: Bundesweit zahlen Bewohner im Durchschnitt rund 2.200 Euro monatlich aus eigener Tasche — zusätzlich zu dem, was die Pflegekasse beisteuert. Doch hinter diesem Mittelwert verbergen sich dramatische regionale Unterschiede. Wer in Bayern oder Baden-Württemberg wohnt, zahlt oft mehr als 3.000 Euro. Wer dagegen in Sachsen-Anhalt lebt, kann mit deutlich unter 1.500 Euro rechnen. Diese Spanne entscheidet darüber, ob Ersparnisse innerhalb weniger Jahre aufgebraucht sind — und ob die Alternative 24h-Pflege zu Hause finanziell attraktiver wird.
- Bundesweiter Durchschnitt Eigenanteil: ca. 2.200 € / Monat
- Teuerste Region: Bayern (bis 3.400 €), günstigste: Sachsen-Anhalt (ab 1.100 €)
- Pflegekassenleistung PG 4: 1.775 € — deckt meist nur 40–50 % der Gesamtkosten
- Entlastung durch Stufenregelung: bis 75 % des EEE ab 4. Heimjahr
- Sozialhilfe (Hilfe zur Pflege) möglich bei Vermögen unter 62.000 €
- Alternative: 24h-Pflege zu Hause oft 600–1.200 € günstiger im Monat
Wie setzt sich der Eigenanteil zusammen?
Viele Familien sind überrascht, dass der Eigenanteil nicht einfach "das ist, was übrig bleibt, wenn die Pflegekasse zahlt". Tatsächlich setzt sich der Gesamtbetrag aus vier Komponenten zusammen, die separat abgerechnet werden.
Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) ist der pflegebezogene Teil und gilt für alle Bewohner mit Pflegegrad 2–5 gleich — unabhängig vom Pflegegrad. Das ist bewusst so gewählt, damit Bewohner nicht bei steigendem Pflegebedarf immer höhere Eigenanteile zahlen müssen. Daneben kommen Kosten für Unterkunft und Verpflegung (Hotelkosten), die die Pflegekasse nicht übernimmt, sowie Investitionskosten für Gebäude und Ausstattung. Diese Investitionskosten werden in einigen Bundesländern teilweise durch Landesmittel gedeckt, in anderen vollständig auf die Bewohner umgelegt.
Seit 2022 greift die stufenweise Entlastungsregelung: Im ersten Jahr im Pflegeheim zahlt die Pflegekasse 15 % des EEE dazu, im zweiten Jahr 30 %, im dritten 50 % und ab dem vierten Jahr 75 %. Für langjährige Heimbewohner ist das eine spürbare Entlastung — doch wer neu einzieht, profitiert zunächst kaum davon.
Regionale Unterschiede: Warum Bundesland so viel ausmacht
Der Haupttreiber regionaler Unterschiede sind die Personalkosten. Pflege ist Arbeit — und Lohnunterschiede zwischen Ost und West, zwischen Großstadt und ländlichem Raum schlagen direkt auf die Heimkosten durch. Bayern und Baden-Württemberg haben das höchste Tarifniveau, entsprechend hoch sind die Sätze. Ostdeutsche Bundesländer haben historisch niedrigere Lohnniveaus, die sich in günstigeren Heimkosten widerspiegeln.
Hinzu kommen Grundstücks- und Immobilienkosten: Ein Pflegeheim in München zahlt für seinen Standort deutlich mehr als eines in Dessau. Diese Investitionskosten müssen refinanziert werden — und das geschieht über den Eigenanteil der Bewohner.
Schließlich spielt die Versorgungsstruktur eine Rolle: In Regionen mit vielen Pflegeheimen und starkem Wettbewerb sind die Preise tendenziell moderater. Wo Plätze knapp sind, können Heime höhere Entgelte verlangen.
| Bundesland | Ø Eigenanteil / Monat | Spannbreite | Investitionskosten |
|---|---|---|---|
| Bayern | ca. 3.100 € | 2.600 – 3.600 € | ca. 550 € |
| Baden-Württemberg | ca. 2.900 € | 2.400 – 3.400 € | ca. 500 € |
| Hamburg | ca. 2.800 € | 2.200 – 3.200 € | ca. 480 € |
| Nordrhein-Westfalen | ca. 2.400 € | 1.900 – 2.900 € | ca. 350 € |
| Hessen | ca. 2.500 € | 2.000 – 3.100 € | ca. 400 € |
| Niedersachsen | ca. 2.100 € | 1.700 – 2.600 € | ca. 300 € |
| Brandenburg | ca. 1.700 € | 1.300 – 2.100 € | ca. 200 € |
| Sachsen | ca. 1.600 € | 1.200 – 2.000 € | ca. 180 € |
| Sachsen-Anhalt | ca. 1.400 € | 1.100 – 1.800 € | ca. 160 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | ca. 1.500 € | 1.200 – 1.900 € | ca. 170 € |
Quelle: Eigene Recherche auf Basis AOK-Pflegenavigator und regionaler Pflegekassendaten, Stand: 4. Quartal 2026. Alle Angaben sind Richtwerte.
Was zahlt die Pflegekasse — und was bleibt beim Bewohner?
Die gesetzliche Pflegekasse zahlt pauschale Leistungsbeträge, die nach Pflegegrad gestaffelt sind. Diese Beträge sind seit der Pflegereform 2024 leicht gestiegen, aber angesichts der steigenden Heimkosten bleibt die Lücke groß.
| Pflegegrad | Pflegekasse zahlt | Ø Gesamtkosten (Bayern) | Verbleibender Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| PG 2 | 770 € | ca. 4.200 € | ca. 3.430 € |
| PG 3 | 1.262 € | ca. 4.400 € | ca. 3.138 € |
| PG 4 | 1.775 € | ca. 4.600 € | ca. 2.825 € |
| PG 5 | 2.005 € | ca. 4.800 € | ca. 2.795 € |
24h-Pflege zu Hause als Alternative: Was kostet sie?
Für viele Familien in Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen ist ein Heimplatz faktisch unbezahlbar. Die professionelle 24h-Betreuung durch eine entsandte Pflegekraft aus einem EU-Land ist in diesen Regionen oft die wirtschaftlich attraktivere Lösung — und hat dabei den großen Vorteil, dass die pflegebedürftige Person in ihrer vertrauten Umgebung bleiben kann.
Die Kosten für 24h-Pflege zu Hause liegen über eine seriöse Agentur mit legalem Entsendemodell zwischen 2.400 und 3.200 Euro monatlich. Davon können folgende Leistungen der Pflegekasse abgezogen werden: Pflegegeld (bei PG 4: 728 €), Entlastungsbetrag (131 €) sowie optional Sachleistungen (bis 1.775 € bei PG 4). Das ergibt je nach Modell eine Nettobelastung von 1.400 bis 2.000 Euro — häufig deutlich weniger als der Heimsatz in Süddeutschland.
Pflegeheim Eigenanteil: ca. 3.100 € / Monat
24h-Pflege zu Hause (Lumira): ca. 2.700 € brutto
Abzüglich Pflegegeld PG 4 (728 €) und Entlastungsbetrag (131 €): Nettokosten ca. 1.841 € / Monat
Ersparnis gegenüber Heim: bis zu 1.260 € monatlich
Zum Kostenrechner →
Sozialhilfe und Hilfe zur Pflege: Wann greift der Staat?
Wer den Eigenanteil im Pflegeheim nicht aus eigenen Mitteln decken kann, hat Anspruch auf Hilfe zur Pflege nach §§ 61 ff. SGB XII. Diese Sozialhilfeleistung übernimmt den Teil des Eigenanteils, der nach Anrechnung von Rente, Vermögen und Unterhaltspflichten verbleibt.
Wichtig: Seit 2020 beträgt die Vermögensschongrenze 62.000 Euro für Alleinstehende — das bedeutet, erst wenn das Vermögen darunter liegt, greift das Sozialamt ein. Das eigene Haus bleibt in der Regel geschützt, solange der Ehepartner darin lebt. Kinder werden seit der Reform 2020 erst ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro zur Unterhaltspflicht herangezogen.
Pflegegrad-Leistungen 2026: Pflegegeld, Entlastungsbetrag und Anträge im Überblick
Ist 24h-Pflege zu Hause in Ihrer Region günstiger?
Wir vergleichen kostenlos, was ein Heimplatz in Ihrer Region kostet und was 24h-Betreuung zu Hause unter Berücksichtigung aller Pflegekassenleistungen tatsächlich kosten würde.
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FAQ – Eigenanteil Pflegeheim 2026
Wie hoch ist der Eigenanteil im Pflegeheim 2026 im Durchschnitt?
Der bundesweite Durchschnitt liegt 2026 bei etwa 2.200 € monatlich — allerdings schwanken die regionalen Unterschiede erheblich. In Bayern und Baden-Württemberg können über 3.000 € anfallen, in ostdeutschen Bundesländern teilweise unter 1.500 €.
Warum unterscheiden sich die Pflegeheim-Eigenanteile regional so stark?
Der Eigenanteil setzt sich aus einrichtungseinheitlichem Eigenanteil (EEE), Investitionskosten, Verpflegung und Unterkunft zusammen. Tarifniveau, Grundstückspreise, regionale Lohnkosten und die Versorgungsstruktur erklären die großen Unterschiede zwischen West und Ost sowie zwischen städtischen und ländlichen Lagen.
Welche Bundesländer haben die höchsten Pflegeheim-Kosten 2026?
Am teuersten sind Bayern (Selbstzahleranteil oft 2.800–3.400 €), Baden-Württemberg (2.600–3.200 €) und Hamburg (2.500–3.100 €). Günstigere Bundesländer sind Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mit Eigenanteilen von 1.200–1.700 €.
Was zahlt die Pflegekasse im Pflegeheim?
Die Pflegekasse zahlt im Pflegeheim je nach Pflegegrad: Pflegegrad 2: 770 €, PG 3: 1.262 €, PG 4: 1.775 €, PG 5: 2.005 € monatlich. Der Rest ist der Eigenanteil, der komplett vom Bewohner oder seinen Angehörigen getragen werden muss.
Wie lange dauert die stufenweise Entlastung beim Eigenanteil?
Seit 2022 gibt es eine Staffelung: Im 1. Jahr zahlt die Pflegekasse 15 % des EEE dazu, im 2. Jahr 30 %, im 3. Jahr 50 % und ab dem 4. Jahr 75 % des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils.
Ist 24h-Pflege zu Hause günstiger als ein Pflegeheim?
In vielen Regionen ja. Professionelle 24h-Pflege durch eine entsandte Betreuungskraft kostet 2.400–3.200 € monatlich und kann durch Pflegegeld, Pflegesachleistungen und Entlastungsbetrag bezuschusst werden — oft deutlich günstiger als ein Heimplatz in Süddeutschland oder in Großstädten.
Kann ich Sozialhilfe für den Pflegeheim-Eigenanteil beantragen?
Ja. Wer den Eigenanteil nicht selbst tragen kann und dessen Vermögen unterhalb der Schongrenze (62.000 € für Einzelpersonen seit 2020) liegt, kann Hilfe zur Pflege nach SGB XII beim zuständigen Sozialamt beantragen.

