Lumira Pflege
Ratgeber2027-01-14·Maria Hoffmann

Angehörige entlasten: Wie 24h-Pflege zur echten Auszeit wird

Pflegende Angehörige entlasten: Was übernimmt die 24h-Pflegekraft, was bleibt bei der Familie? Pflegepausen, Verhinderungspflege & psychische Entlastung erklärt.

Angehörige entlasten: Wie 24h-Pflege zur echten Auszeit wird

Von Maria Hoffmann, Pflegeexpertin bei Lumira | Zuletzt aktualisiert: Januar 2027

Pflegende Angehörige gehören zu den am stärksten belasteten Gruppen in Deutschland – viele von ihnen schränken Beruf, soziales Leben und eigene Gesundheit dauerhaft ein. Eine 24h-Betreuungskraft kann das grundlegend ändern: nicht als Ersatz für die Familie, sondern als Entlastung, die echte Auszeiten möglich macht.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • 24h-Betreuungskraft übernimmt: Körperpflege, Hauswirtschaft, Nachtbereitschaft, Alltagsbegleitung
  • Familie bleibt: emotionaler Anker, Koordination, Entscheidungsträger
  • Verhinderungspflege: bis 1.612 €/Jahr für bezahlte Auszeiten
  • Pflegeunterstützungsgeld: bis 10 Arbeitstage Lohnersatz für kurzfristige Pflegeorganisation
  • Psychische Entlastung ist nachweislich der größte Nutzen der 24h-Lösung

Was belastet pflegende Angehörige am meisten?

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts geben über 60 % der pflegenden Angehörigen an, dauerhaft erschöpft zu sein. Die größten Belastungen:

Typische Belastungsfaktoren bei pflegenden Angehörigen:
  • Zeitliche Belastung: Durchschnittlich 36 Stunden/Woche für Pflege und Betreuung
  • Schlafmangel: Nächtliche Pflegesituationen zerstören den eigenen Schlafrhythmus
  • Berufliche Einschränkungen: Arbeitszeitreduzierung oder Berufsaufgabe
  • Soziale Isolation: Freundschaften, Hobbys und Urlaubsreisen entfallen
  • Psychische Belastung: Trauer, Schuldgefühle, Hilflosigkeit
Wichtig zu verstehen: Wer selbst an Erschöpfung erkrankt, kann nicht mehr pflegen. Die Entlastung der Hauptpflegeperson ist daher keine Schwäche, sondern eine medizinisch und rechtlich anerkannte Notwendigkeit.

Was die 24h-Betreuungskraft übernimmt – und was bleibt

Eine klare Aufgabenteilung schützt Angehörige vor Überlastung und sorgt dafür, dass die emotionale Beziehung zur pflegebedürftigen Person erhalten bleibt.

Aufgabe Betreuungskraft Angehörige
Körperpflege (Waschen, Anziehen) Ja, täglich Nur wenn gewünscht
Mahlzeiten zubereiten Ja, alle Mahlzeiten Gelegentlich (gemeinsames Kochen)
Hauswirtschaft Ja (Putzen, Wäsche, Einkaufen) Nicht notwendig
Nachtbereitschaft Ja, im Haus anwesend Nicht mehr nötig
Arztbesuche begleiten Ja, regelmäßig Bei wichtigen Terminen
Emotionale Beziehung Ergänzend Bleibt bei der Familie
Pflegekoordination Umsetzung vor Ort Entscheidungshoheit
Praxishinweis: Viele Familien berichten, dass die Beziehung zur pflegebedürftigen Person deutlich besser wird, wenn sie nicht mehr die tägliche Pflege leisten müssen. Der Besuch wird wieder zum echten Treffen.

Verhinderungspflege nutzen: Die bezahlte Auszeit

Die Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI) ist ein unterschätztes Instrument – sie gibt Angehörigen eine gesetzlich finanzierte Auszeit, ohne dass die Betreuung unterbrochen wird.

Verhinderungspflege 2027 im Detail:
  • Betrag: bis 1.612 €/Jahr
  • Voraussetzung: Hauptpflegeperson muss mindestens 6 Monate gepflegt haben (PG 2–5)
  • Gründe: Urlaub, Krankheit, private Ereignisse
  • Kombination: Kann mit ungenutzter Kurzzeitpflege auf bis zu 3.224 €/Jahr aufgestockt werden
  • Dauer: bis zu 6 Wochen pro Jahr möglich
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Weitere Leistungen für pflegende Angehörige 2027

Das SGB XI hält weitere Leistungen bereit, die speziell auf pflegende Angehörige zugeschnitten sind und häufig nicht genutzt werden.

Leistung Betrag/Umfang 2027 Für wen?
Pflegeunterstützungsgeld bis 10 Arbeitstage/Jahr Lohnersatz Berufstätige Angehörige bei Akutsituation
Pflegekurse Kostenlos über Pflegekasse Angehörige, die selbst pflegen
Rentenversicherungsbeiträge Beiträge für nicht erwerbstätige Pflegepersonen Angehörige, die Vollpflege leisten
Pflegeberatung § 7a SGB XI Kostenlos, 1:1 Beratung Alle Pflegebedürftigen + Angehörige

Psychische Entlastung: Was wirklich hilft

Chronisch pflegende Angehörige entwickeln häufig depressive Symptome, Burnout oder somatische Erkrankungen. Professionelle Entlastung – auch durch eine 24h-Betreuungskraft – ist nachweislich wirksam.

Bewährte Strategien für Angehörige:
  • Verhinderungspflege regelmäßig nutzen – nicht nur in Notfällen, sondern als feste Jahresplanung
  • Angehörigengruppen – Austausch mit anderen in ähnlicher Situation (oft bei AWO, Diakonie oder über Deutsche Alzheimer Gesellschaft)
  • Psychologische Beratung – viele Pflegekassen übernehmen psychologische Erstgespräche für Angehörige
  • Klare Rollenverteilung – wer koordiniert, wer besucht, wer Entscheidungen trifft: Familiengespräch führen
  • Eigene Gesundheit priorisieren – Urlaub, Sport, soziale Kontakte sind keine Luxus, sondern Pflichtprogramm
Warnsignal: Wenn Angehörige selbst depressive Episoden, anhaltende Schlaflosigkeit oder das Gefühl entwickeln, „nicht mehr können", sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Pflege aus Erschöpfung heraus schadet beiden Seiten.
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Häufige Fragen

Darf ich als Angehöriger für meine Pflegetätigkeit bezahlt werden?

Ja, das Pflegegeld des Pflegebedürftigen kann an einen pflegenden Angehörigen weitergegeben werden – es ist keine Vergütungspflicht, aber möglich. Für professionell pflegende Angehörige gibt es zudem Regelungen zur Rentenversicherung (§ 44 SGB XI).

Wie läuft die Übergabe an eine 24h-Betreuungskraft ab?

Bei Lumira begleitet eine Koordinatorin den ersten Tag. Sie informiert die Betreuungskraft über Gewohnheiten, Medikamente und Tagesablauf der betreuten Person. Eine schriftliche Pflegeinformation wird gemeinsam erstellt.

Was passiert, wenn sich die betreute Person der neuen Kraft gegenüber ablehnend verhält?

Das kommt vor, besonders bei Demenzerkrankungen. Lumira empfiehlt eine langsame Eingewöhnung (erst Besuch, dann tageweise Begleitung). Bei anhaltenden Problemen wird eine andere Betreuungsperson vermittelt.

Kann ich als Angehöriger trotzdem täglich vorbeikommen?

Selbstverständlich. Die 24h-Betreuungskraft ergänzt die Familie, ersetzt sie nicht. Die meisten Familien kommen seltener, wenn sie es aus freier Entscheidung tun können – und die Besuche werden qualitativ besser.

Was kostet die Entlastung durch 24h-Pflege wirklich?

Nach Pflegegeld und Entlastungsbetrag liegt der Eigenanteil bei PG 3 bei ca. 1.700–2.000 €/Monat. Das klingt viel – ist aber oft weniger als der Einkommensverlust durch reduzierte Arbeitszeit, und erheblich weniger als ein Pflegeheimplatz.

Sie verdienen eine echte Auszeit

Wir zeigen Ihnen, wie 24h-Pflege Ihren Alltag als pflegender Angehöriger grundlegend verändern kann.

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Bruttopreis (A1–A2)2.899 €
− Förderungen PG 3− 1.063 €
Eigenanteil PG 31.836 €

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